Kirche und Friedhof

Die Kirche ist sehr alt. Um 1200 mag sie erbaut sein. Schon der Glockengießer, welcher 1790 die ältere kleine Glocke umgegossen hat, schätzt diese Glocke 600 Jahre alt. Seit Luthers Zeiten war es schon eine Tochterkirche von Flößberg. Von 1523 an bis jetzt sind es 20 Pfarrer welche in beiden Orten (Flößberg und Beucha) ihr Amt ausübten. 1634 bis 1637 amtierte der Pfarrer Andreas Willitz. Von ihm sagt die Überlieferung: „Des Krieges wegen, als alle Einwohner von Flößberg und wohl auch Beucha sich in das Schloss flüchten mussten, habe sich Willitz nach Altenburg zu Verwandten flüchten wollen. Aber unweit des „Deutschen Holzes“ sei er von einem Schwarm plündernder Kroaten in Stücke gehauen worden. Als diese Nachricht hierher erscholl, habe sich ein Einwohner aus Nenkersdorf, Andreas Winkler, nachts dahin begeben, den zerfleischten Körper in einen Sack gesteckt auf seinem Pferd nach Nenkersdorf gebracht und noch in selbiger Nacht in dem Sacke auf dem Nenkersdorfer Gottesacker beerdigt.“
Die Kirche ist eine romanische Anlage, einschiffig mit Holzdecke, Dachreiter mit Spitzhelm, 8 eckige gewölbte Apsis (Nischeneinbau) mit romanischen Rundbogenfenstern. Über dem romantischen Triumphbogen das Wappen des Haus Haubold von Kötteritz, über der herrschaftlichen Betstube das der Familie von Hopfgarten, im Inneren derselben ein hölzernes Totenschild mit dem gleichen Wappen, vermutlich aus dem 17. Jahrhundert (Steche, Beschreibung und Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Königreiches Sachsens, 15. Heft Dresden 1891).
An der Westseite der Kirche befand sich früher ein Anbau. Dieser kam 1852 wegen Schadhaftigkeit zum Abbruch. Unter den Dielen des Anbaues soll ein Grabstein gelegen haben. Der Stein sollte für den hingerichteten Christoph von Haugwitz sein. Bei der Hebung wurde der Stein zertrümmert. Zwei kleine Stücke, die Figur des Ritters darstellend, sind in der Kirche aufbewahrt.
Bei der Innenerneuerung 1930 stellte man fest, dass fast die Hälfte der Kirche durch ein Gewölbe unterkellert ist. Dieses Gewölbe wurde geöffnet und man fand darin, dass 3 Erwachsene und 4 Kinder hier beigesetzt sind, deren Überreste vollständig zerfallen waren. Fest steht, dass in dieser Gruft am 11.12.1835 morgens 6.00 Uhr Heinrich Ludwig Wilhelm von Viebecken (1796-1835) beigesetzt ist. Ihm gilt der Stein in der Kirchwand, links der Eingangstür. Die Namen der anderen hier Beigesetzten konnten nicht mehr festgestellt werden. Das Kirchenbuch schweigt auch darüber.
Es scheint aber ob im 17. Jahrhundert das gesamte Langschiff, der Altar mit Taufstein, die Empore der Patronatsloge, Orgel und Gestühl einen größeren Umbau erfahren haben. Dies könnte durch den Kirchpatron und Rittergutsbesitzer H.H. von Kötteritz erfolgt sein. Ein Grabstein seiner ältesten Tochter Johanne Sofia, gestorben am 23.22.1685 befindet sich hinter dem Altar.
Der Altar ist ein prachtvolles Architekturstück mit dem Bild, die Himmelfahrt Jesu darstellend, gemalt 1790 von Johann Samuel Blättner aus Altenburg, sowie auch der aus dem Jahre 1789 stammende zugehörige Taufstein.
Renovierungen der Kirche (innen, außen und Eindeckung des Daches) sollen in den Jahren 1704, 1708, 1782, 1789, 1883, 1928, 1930 und 1951 gewesen sein. Während der Eindeckung des Daches und des Turmes mit Schiefer im August 1883 wurde auch der Turmknopf geöffnet. In einem Schächtelchen befanden sich Mitteilungen über früher vorgekommene Turmreparaturen teilweise in lateinischer Sprache, einige Niederschriften von Schülern aus dem Jahre 1748, das Bruchstück einer jedenfalls sehr alten Streitschrift gegen die Römisch-Katholischen, ein Patenbrief und Einzelnachrichten (Ki. 1883). – Diese Einzelnachrichten sind mit in den jeweiligen Abschnitten der Chronik zu finden.
Über sonstige Erneuerungen ist noch zu berichten, dass 1928 eine neue Uhr eingebaut wurde (gestiftet von der Jagdgenossenschaft). Einen Ofen und elektrisches Licht erhielt die Kirche 1929.
In früheren Zeiten war das Kirchweihfest (Kirmes) in der Woche. Dies änderte sich durch die Verlegung der Kirmes auf einen Sonntag und zwar auf den Sonntag vor Totensonntag.
1718 legte man fest, dass wer in der Kirche schläft, einen Groschen Strafe zu zahlen hat. (Neue Kirchengallerie)
Bekanntlich ist der Kirchturm schief. Bei der Turmerneuerung 1930 will man festgestellt haben, dass die Turmkonstruktion schon schief gebaut worden sei. (Alfred Loth)
Der ummauerte Friedhof hatte einst zwei Rundbogentore, eines für die Lebenden und eines für die Toten.
Erweitert wurde der Friedhof 1929. Ein Stück Land vom Rittergut vergrößerte ihn. Eine vollständige Erweiterung der Leichenhalle erfolgte 1928.
Auf dem Friedhof steht auch der Lutherstein. Er ist 1933 zur Aufstellung gekommen. Es ist ein schwarzer Porphyrblock, welcher vom Mühlengut Felix Döge zur Verfügung gestellt wurde. Durch den Steinmetzmeister A. Steude Bad Lausick hat er sein jetziges Aussehen erhalten.
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